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Newsletter #9
Klima-Fakten verschwinden nicht

Mit doppelter Botschaft ins … Nichts

In unserem letzten Newsletter hatten wir Sie eingeladen, uns am 5. Dezember in der Klimafakten-Redaktion zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen – diese herzliche Einladung an Sie als Leser:innen gilt weiterhin!

Wir könnten uns dann zum Beispiel darüber unterhalten, wie klar und eindeutig Klimakommunikation sein sollte. Sicherlich haben sie ja auch schon einmal von diesen Unfällen gehört, bei denen Menschen beim Einparken in der heimischen Garage Gas- und Bremspedal verwechselt haben. Mit schwerwiegenden Folgen. Versucht man hingegen Gas- und Bremspedal gleichzeitig zu betätigen, kann das nicht minder fatal sein. Zumindest in der Kommunikation gilt: Mixed Messages zu verbreiten, also zwei gegensätzliche Botschaften parallel zu senden, sollte tunlichst vermeiden, wer Wirkung erzielen und Misstrauen vermeiden will.

Gas geben und Bremsen – leider erinnert das an den kommunikativen Sound, der aktuell die politische Debatte bestimmt. Da ist auf der einen Seite der Ruf nach Dynamik: Fast täglich ist die Aufforderung zu hören, angebliche Wachstumsblockaden für die Wirtschaft durch den Abbau von Regulierung zu lösen, angesichts von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz verbreitete Bedenken hintanzustellen, einen Kurs des economy first zu verfolgen. Dies alles mit der aus der Schwarzen Pädagogik stammenden Drohung versehen, wer sich hier in den Weg stelle, bedrohe die globale Wettbewerbsfähigkeit und ebne damit den Weg in die wirtschaftliche Verelendung des Landes.

Diametral anders die Botschaften in Sachen Klimapolitik: Zwar geht beispielsweise in China, aber auch in wie Dänemark oder Norwegen ein klarer Kurs der Elektrifizierung mit wirtschaftlicher Dynamik einher. Zwar sind auch hierzulande Unternehmen in Vorleistung gegangen, haben in innovative, fossilfreie Zukunftstechnologien und entsprechende Fertigungsstätten investiert. Und doch ist in Deutschland von Regierungsseite vor allem ein lautes Bremssignal zu hören, in Worten wie in Taten. Man dürfe es mit den Klimazielen nicht überstürzen, dürfe beim Klimaschutz niemanden überfordern -- und überhaupt, man sei sich beim Einstieg in die Elektromobilität, beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern, bei der klimaneutralen Gebäudesanierung irgendwie gar nicht so sicher....

Diese Widersprüchlichkeit in der politischen Kommunikation dürfte seine Wurzel in dem wirtschaftspolitischen Paradigma haben, wonach Wohlstand und wirtschaftliche Dynamik letztlich mit dem Preis ökologischer Schäden zu bezahlen seien. Hier das Wohlergehen der Menschen, dort der Schutz der Menschen – so die für viele zwar intuitiv eingängige, aber dennoch falsche Dichotomie.

Nun gibt es beispielsweise in der Energiepolitik Versuche, diese vermeintliche Gegensätzlichkeit zu überwinden. So etwa mit dem Modell des „energiepolitischen Dreiecks“ dreier angeblich gleichberechtigter Ziele aus Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Im umwelt- und wirtschaftspolitischen Alltag muss dieses Dreieck dann aber letztlich doch immer wieder für die Forderung herhalten, es mit dem Umwelt- und Klimaschutz (oder dem Ausbau der Erneuerbaren) doch bitte nicht zu übertreiben.

Gasgeben und Bremsen: Wer einen Ausweg aus der Widersprüchlichkeit (und, nebenbei gesagt, der fossilen Metaphorik) sucht, dem sei ein Blick auf die planetaren Grenzen empfohlen. Denn jenseits dieser Grenzen wartet das Nichts. Und Nichts mal wirtschaftliche Dynamik ergibt weiterhin: nichts. Oder, wie es die Managerin und Podcasterin Stefanie Hauer einmal formuliert hat – die Wirtschaft ist eine Unterabteilung der Natur, nicht umgekehrt.

Mit besten Grüßen aus der Klimafakten-Redaktion,

Ihr Carel Carlowitz Mohn

In diesem Newsletter:

Klimafakten-Café


Aus der Klimafakten-Redaktion

 

Aus der Klimafakten-Akademie

  • Info-Termin - Wirksamer kommunizieren, mehr bewegen: Einblicke in unsere 5-Tages-Weiterbildung | 13.01.2026, 11-12 Uhr | Jetzt anmelden

  • Weiterbildung - Wirksame Klimakommunikation | 23.-27. März 2026, Bremen | Jetzt anmelden
  • Workshop - Fake News, Ausreden & Klimakommunikation | 6.02.2025, Erlangen | Jetzt anmelden

Einladung für unsere Leserinnen und Leser

Wir laden Sie herzlich zu uns ins Klimafakten-Büro ein.

Einige von Euch verfolgen Klimafakten schon von der Geburtsstunde, einige von Ihnen sind über die Jahre dazu gekommen. Wir haben eine treue, engagierte Leserschaft.

Wir sagen „Klimakommunikation wirkt“ – ihr lasst diesen Satz lebendig werden.
Mit unseren Inhalten und Workshops erreichen wir Euch, und Ihr tragt die Ideen weiter: in Eure Organisationen, Kommunen, Wahlkreise, Unternehmen, Freundeskreise und Familien. So entsteht Wirkung – durch Austausch, Engagement und gemeinsames Handeln.

Diese Wirkung wollen wir mit Euch weiter steigern. Deshalb laden wir Euch ein: Bei Kaffee und Kuchen wollen wir miteinander ins Gespräch kommen, über Klima und Kommunikation diskutieren und uns persönlich kennenlernen. Ein kleines Programm erwartet Euch.

Die Teilnahme ist kostenfrei – da es begrenzte Plätze gibt, ist eine Anmeldung erforderlich.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen lebendigen Austausch!


📅6. Dezember 2025 | 15-18 Uhr   📍Dresdener Straße 15, 10999 Berlin


Aus der Klimafakten-Redaktion

Klimafaktenpapier – jetzt aktualisiert:

Der Forschungsstand zur globalen Erwärmung in kompakter Form

Seit fünf Jahren veröffentlichen wir gemeinsam mit anderen Institutionen eine regelmäßig aktualisierte Forschungszusammenfassung. Sie dokumentiert die massiven Veränderungen des Klimasystems – und eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für ambitionierte Klimapolitik-

Neuer "Was nützt?"-Faktencheck:

Wie sehr kann „Enhanced Weathering“ beim Klimaschutz helfen?

Die 1,5-Grad-Grenze bei der Erderhitzung ist nicht mehr zu halten. Um die Klimakrise zu dämpfen, muss die Menschheit große Mengen CO2 wieder aus der Atmosphäre holen. Eine Möglichkeit dafür ist die "beschleunigte Gesteinsverwitterung". Ob die wirklich funktioniert, wie genau sie abläuft und was diese Option bringt – all das erklärt unser neuester F&A-Artikel.

Studie des Monats 11/2025:

So erreicht Klimakommunikation junge Menschen

Laufend erarbeitet die Sozialforschung wertvolle Erkenntnisse, die bei einer wirksameren Klimakommunikation helfen können. In einer neuen Rubrik im Rahmen des Projekts #DebattenKLIMA stellt Klimafakten jeden Monat eine besonders herausragende Publikation vor

 

Junge Menschen werden am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Viele sind sich des Problems sehr bewusst und entsprechend aktiv. In den verhärteten, polarisierenden Klimadebatten sind sie eher Zuschauende als Beteiligte – nicht zuletzt weil sie oft wenig Möglichkeiten haben, bei politischen Prozessen oder Entscheidungen in der Wirtschaft mitzuwirken. Wie sollte Klimakommunikation mit dieser Diskrepanz umgehen?

In dieser Ausgabe der “Studie des Monats” diskutieren wir die Publikation “Climate Change Cognition, Affect, and Behavior in Youth: A Scoping Review” (Tapia-Echanove et al. 2025). Eine englische Version des Artikels ist auf der Website der Universität Hamburg erschienen, mit der wir für diese Serie kooperieren.

Neu: "Manometer!"

Wir messen den Druck der Klimadebatte

Ab sofort jeden Monat

Wo steht der gesellschaftliche Diskurs rund um die Klimakrise? Wie polarisiert ist sie wirklich? Und wie kann man sie kontruktiv voranbringen? Um diese Fragen dreht sich unsere neue, monatliche Rubrik  Manometer! in Kooperation mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard.

Aus der Klimafakten-Akademie

Info-Termin Weiterbildung "Wirksame Klimakommunikation"

Die 5-Tages-Weiterbildung bietet eine einzigartige Möglichkeit, sich intensiv, anwendungsnah und fundiert mit Aspekten gelingender Klimakommunikation zu beschäftigen. Sie denken über eine Teilnahme nach?

Bei diesem Online-Termin werden die zentralen Infos zu Weiterbildung von den Trainer*innen Dr. Christian Gutsche und Kerstin Lopau vorgestellt und es gibt Raum für Fragen. 

📅 13. Januar 2026 | 11-12 Uhr

📍online via Zoom (Anmeldung erfolderlich)


Was unsere Weiterbildung besonders macht:

  • Weitblick: Wir arbeiten zusammen mit einem interdisziplinären Trainer*innen-Netzwerk und bringen Expertise aus diversen Fachrichtungen wie z.B. der Umweltpsychologie, Sozial- und Kommunikationswissenschaft, Andragogik, Physik, Kulturanthropologie, Wirtschaft und dem Journalismus zusammen.
  • Praxisbezug: Klimakommunikation ist ein Schnittstellenthema, das zunehmend an Interesse und Relevanz gewinnt. Klimafakten arbeitet mit den führenden Klimakommunikations-Trainer*innen zusammen, die jahrelange Erfahrung mit verschiedenen Zielgruppen in unsere Arbeit einfließen lassen. In Ihre Ausbildung fließen diese Erfahrungen mit ein.
  • Wissenschaft und Praxis: Wir arbeiten mit fundierten wissenschaftlichen Modellen und integrieren Handlungsempfehlungen unserer Kooperationspartner*innen. Somit kombinieren wir Wissenschaft und Praxis.
  • Handlungsorientierung: Sie wenden das Gelernte direkt an und arbeiten an Ihrem eigenen Klimakommunikations-Vorhaben.
  • Vernetzung und Austausch: Die Weiterbildung bietet Raum für Vernetzung und Austausch. Auch nach der Weiterbildung haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden und dem Netzwerk Klima kommunizieren auszutauschen.

📅 23.-27. März 2026 

📍Bremen, LidiceHaus

✔️Teilnahmegebühr: 2.990€ | Privatpersonen: 1.990€

Fake News, Ausreden & Klimakommunikation mit Wirkung - Tagesworkshop in Erlangen

Wie kann man hartnäckigen Mythen und Verzögerungsargumenten rund um den Klimaschutz mit guter Kommunikation begegnen? In unserem ganztägigen Workshop erarbeiten Sie praxisnah wirkungsvolle Methoden für einen stimmigen, konstruktiven Dialog. Sie lernen Gespräche zu gestalten, die Veränderungen erst ermöglichen. Werden Sie aktiv und stärken Sie Ihre Möglichkeiten, in Ihren Gesprächsräumen echten Dialog über Klimaschutz zu fördern.


📅 06. Februar 2026 | 9.-17.00

📍Erlangen, Hotel Luise

✔️Teilnahmegebühr: 385,- 

Gemeinsam mehr bewegen - Klimafakten unterstützen

Unsere Arbeit lebt vom Austausch und Ihrem Engagement.

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💚 Danke, dass Sie sich mit uns für eine klimafreundliche Zukunft einsetzen!

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Was ist gute Klimakommunikation? Also Kommunikation zu Klima und Klimawandel, die wissenschaftlich fundiert ist und ihre Zielgruppen wirklich erreicht? Dieser Newsletter informiert über neue Projekte, Forschungsergebnisse, Veranstaltungen und vieles mehr zum Thema.

Herausgeber:
klimafakten­.de, 2050 Media Projekt gGmbH, Dresdener Str. 15, 10999 Berlin,
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Redaktion: Carel Mohn (verantwortlich), Cosima Siegling
Geschäftsführer: Sven Egenter, Carel Mohn

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